All Points Bulletin - Das große Doppelfeature #2Nachdem wir gestern bereits das Szenario, die verschiedenen Fraktionen und die Charaktererstellung unter die Lupe genommen haben, geht es heute ans Eingemachte. Was bietet das Gameplay? Welche Kosten kommen auf mich zu? Wie wird All Points technisch unterstützt? Antworten auf diese Fragen findest du in dem zweiten Teil des Doppelfeatures.
Das Gameplay Das Gameplay erinnert zumindest auf den Videos an eine Mischung aus GTA, Need for Speed und Far Cry 2. Als Spieler kann man sich in San Paro bewegen: Insgesamt können 100.000 Spieler in einer Stadt sein, diese ist jedoch in Distrikte aufgeteilt. In den sogenannten Social Districts können bis zu 250 Spieler gleichzeitig interagieren, in den Action Districts können 100 Spieler gleichzeitig spielen. Die Funktion der unterschiedlichen Distrikte liegt auf der Hand und lässt sich leicht von den Namen ableiten: In den Social Districts könnt ihr mit anderen Spielern interagieren und sich mit neuem Equipment ausstatten. In den Action Districts geht es hingegen zur Sache: Dort besteht die Art der Interaktion vor allem daraus, möglichst schnell euren befreundeten Kollegen zur Hilfe zu eilen und eure Gegner mit Waffengewalt von eurer Argumentationshoheit zu überzeugen. Klingt cool, sieht in den bisher veröffentlichten Videos auch sehr gut aus. Mit anderen Spielern organisiert ihr euch in Gruppen, mit denen ihr je nach Ausrichtung kriminelle Aktionen durchführen oder verhindern könnt. Ihr könnt euren Charakter mit Primär- und Sekundärwaffen ausstatten und das eigene Inventar erinnert dabei sofort an Spiele wie Diablo II. Durch das erfolgreiche Abschließen von Aufträgen (für alle Langohren und Orks: Quests!) bekommt ihr Geld, mit denen ihr euch weiter aufrüsten könnt. So könnt ihr euch stärkere Waffen kaufen, mit denen ihr eure Gegner schneller und effektiver ausschaltet. Doch durch klassische Taktik lässt sich auch mit schwacher Bewaffnung eine Situation umdrehen: Flankiert eure Gegner und schleicht euch von der Seite an, so könnt ihr ihn mit etwas Glück von der Seite ausschalten, ohne dass er merkt woher das Feuer kam. Als Enforcer habt ihr zusätzlich noch die Möglichkeit, eure Gegner zu verhaften. Damit nehmt ihr sie für für ungefähr 20 – 30 Sekunden aus dem Spiel und könnt so ebenfalls das Blatt zu euren Gunsten wenden. Das ist eine recht lange Zeitspanne, wenn man vergleicht, dass man durch den eigenen Tod für nur 5 – 6 Sekunden nicht am Geschehen teilnehmen kann. Jeder Spieler kann Verstärkung rufen und so die eigene Fraktion alarmieren. So ändern sich Situationen in Sekundenschnelle, wenn auf einmal von der Seite mehrere Wagen mit schwer bewaffneten Gegnern auftauchen und sich ebenfalls in den Kampf einmischen. Dies dürfte für genügend Ablenkung sorgen. Das Gameplay selbst mutet wie ein klassischer Third Person Shooter an: Es gibt ein rudimentäres Deckungssystem, ihr könnt euch um Ecken lehnen, um einen Kill zu landen und eure Waffen entsprechend der Situation auswählen. Alles Dinge, die den klassischen Shooter-Fan sicherlich glücklich machen werden. Technik Zumindest grafisch muss sich sicherlich kein Zocker Sorgen machen, basiert die Grafik des MMORPG-Shooters doch auf der bekannten Unreal Engine 3. Damit sollten die einzelnen Abschnitte von San Paro in solidem Glanz erstrahlen. Auch darauf dürften gerade die älteren Fantasy-Kollegen sicherlich neidisch gucken, nutzt doch aktuell einzig Aion mit der Cry Engine eine leistungsfähige Engine. Die Engine ist damit sicherlich nicht im High-End-Bereich angesiedelt, dürfte aber gerade für einen MMO-Titel doch genügend Kapazitäten bieten. Und damit ihr gleich ein paar Eindrücke genießen könnt, gibt es hier direkt einen Trailer: Die Zusatzfeatures Eines der spannendsten Zusatzfeatures dürfte die Möglichkeit sein, individuelle Musik zu schaffen und so über einen eigenen Musik-Editor deinen eigenen Soundtrack zu basteln. Somit gehören Endlosschleifen der Vergangenheit an – zumindest wenn tief in euch drin etwas von Beethoven oder anderen begnadeten Musiktalenten schlummert. Zusätzlich wird es neben einer Screenshot- auch eine Videofunktion geben, die es euch ermöglichen wird, eigene Videos von euren Aktionen im Spiel zu machen. Gerade Machinima-Fans dürften hier gerade Luftsprünge vollführen, doch auch durchschnittliche Gruppenspieler kommen auf ihre Kosten: Was kann man sich den Besseres vorstellen, als einen erfolgreichen Überfall als Verbrecher durchgeführt zu haben, mit quietschenden Reifen den Behörden zu entkommen und danach seine Beute aufzuteilen – und sich dann das Ganze nochmal als Video anschauen zu können? Auch für Hardcore-Fans sicherlich ein interessantes Feature, denn sie könnten diese Funktion beispielsweise dazu nutzen, um Aktionen genauer zu analysieren und die eigenen Taktiken zu verfeinern. Kosten Hört man MMO, denkt man sofort an Abogebühren. Die gute Nachricht ist, dass es dies bei All Points Bulletin sicherlich nicht geben wird. Die schlechte Nachricht ist allerdings, dass bisher noch kein anderes Modell beschlossen wurde. So gibt es mehrere Möglichkeiten: Einerseits wäre ein reiner Vollpreistitel möglich, was angesichts der erheblichen Kosten zur Serverbereitstellung eher unwahrscheinlich ist. Andererseits ist ein Micro-Payment-Modell wie bei Battlefield Heroes denkbar, wo man über echtes Geld Items oder Ingame-Währung kaufen kann. Kein Grund, das Spiel sofort zu verteufeln, aber definitiv ein Grund, hellhörig zu werden. Schlussendlich müssen wir wohl leider auf das finale Modell warten, um es bewerten zu können. Fazit Was soll man nun zu All Points Bulletin sagen? Einfach nur eine Fusion verschiedener Genres oder doch ein Anwärter auf einen Überraschungshit? Die technischen Voraussetzungen sind ebenfalls gegeben, denn mit der Unreal Engine 3 geht sicherlich keine No-Name-Engine an den Start. Damit dürfte zumindest aus grafischer Sicht schon mal alles in Butter sein. Aus Sicht des Gameplay gibt es viele Features, die auf den ersten Blick sehr spannend aussehen: Der Spielstil eines klassischen Third Person Shooter wird sicherlich viele GTA-Fans begeistern und die Weitläufigkeit der Stadt und die unzähligen Fahrzeuge dürften ihr Übriges dazu tun. Glänzen kann All Points Bulletin sicherlich durch die zusätzlichen Features: Eine Charaktererstellung, die bisher Ihresgleichen auf dem Markt sucht und eine ungekannte Detailtiefe bietet. Dazu die Möglichkeit, eigene Songs zu basteln und diese dann als Hintergrundmusik abzuspielen, macht wirklich Lust auf mehr. Und als wenn das noch nicht genug wäre, gibt es ja auch noch Videofunktionen, die den Mehrwert für die einzelnen Gruppen noch deutlich erhöhen dürften. Probleme könnte es allerdings auch geben: Es fehlt aktuell eine klare Ansage zum Bezahlmodell bei diesem Titel, was viele potenzielle Fans aktuell zumindest skeptisch werden lässt. Klar ist dabei sicherlich, dass es neben dem Kaufpreis noch weitere Kosten geben wird. Ein weiteres Problem ist die Community selbst: Horrorszenario wäre wohl ein Haufen von pubertierenden G-Unit-Fans, die von ihren Eltern diese Spiel bekommen haben und nun endlich mal die Chance haben, ordentlich auf dicke Hose zu machen. All Points Bulletin hat das Potenzial, um ein neues Genre zu etablieren. Die bisherigen Szenen aus den Podcasts und anderen Quellen legen aktuell nahe, dass die Fusion von MMO und Shooter durchaus glücken kann. Alles bisherige Material macht definitiv Lust auf mehr und trotz des geringen Marketingaufwands ist All Points Bulletin sicherlich ein Titel, den man weder unterschätzen noch vorschnell aburteilen sollte. Datum ... 17.12.2009 Kategorie ... Spiele ... Previews und Reviews Meinungen ... 1 Kommentar Weitere zugehörige Artikel · Ein Blick zurück: American McGee's Alice· Dragon Age Legends: Einführungsguide und Erklärung der Attri... · Brink: Dies ist kein Vergleich
Neuen Kommentar erstellenUm Kommentare zu schreiben, musst du eingeloggt sein |
|