Angespielt und FIRST LOOK: Need for Speed SHIFT - Vor Ort bei Electronic Arts UK

Habt ihr euch schon mal mit richtig Schmackes den Kopf an der Seitenscheibe eures Autos geschlagen - und es hat euch nichts ausgemacht? Könnt ihr euren Kopf im Fahrzeug nicht bewegen und habt ihr immer den Eindruck, ihr hättet keine Arme und Beine und würdet immer knapp über die Motorhaube linsen? Fahrt ihr gar öfters mit 150 gegen eine Mauer und wendet dann einfach den Wagen - ohne Kratzer, ohne dass ihr zumindest Sterne seht? Nein? Na warum sollte es dann in einem Videospiel so sein? ... dachten sich auch die Entwickler bei BLACKBOX und machten die realistische Spieleerfahrung neben Physik, Strecken, Tuning und Grafik zu einem der zentralen Elemente des neuen Need for Speed SHIFT. Wir waren kürzlich in London bei Electronic Arts UK und haben uns den Hoffnungsträger der Spielereihe genau angesehen!


Reisen ins Ungewisse

Zu den Vorbereitungen jeder Expedition ins unbekannte Land gehört natürlich das Auskundschaften der Zielposition. Erstaunt hat uns die Lage des EA UK Headquaters: Wie von Googlemaps angekündigt in der nähe eines Siedlungsgebietes, fanden wir uns nach einer halsbrecherischen Taxifahrt auf der für uns zusätzlich irritierenden Straßenseite (Stellt euch unser Gefühl so vor, als ob ihr mit Absicht auf der Landstraße nur links fahrt...) an einer relativ großen, hohen Fassade mit entsprechenden Glasflächen.

Nachdem wir eine große Eingangshalle durchschritten und dabei bemerkt hatten, dass in England auch die Rolltreppen nur auf der linken Seite nach oben führen, gab es für jeden Teilnehmer noch ein Codekärtchen zum Umhängen und eine kurze Führung durch die Konferenz- und Entwicklungsetage.


(Danke an Junkie für die Bilder!)


Rasen ins Ungewisse

Auch wenn auf der Insel einiges anders ist (wie Eigenversuche am britischen Bier meiner Kollegen am Abend zuvor bestätigten), so fühlt man sich doch vor einem Riesen-Zoll LCD Bildschirm mit Daddelkontroller in der Hand sehr viel vertrauter.

Doch eines nach dem anderen.

Nachdem die Mehrzahl der Anwesenden bisher nur einige Bilder gesehen hatte und man allenthalben schon an der Echtheit der Aufnahmen zweifelte, konnten wir uns nun alle versichern: Die Bilder (z.B. die hier in der Meldung) stimmen mit der Qualität aus dem laufenden Spiel überein! Und noch besser: Kein Ruckeln, keine erkennbaren Grafikfehler - dafür viel "Rahmenhandlung" in Form von winkenden, fahneschwenkenden Zuschauern, reflektierenden Oberflächen und angenehmen Schattenwürfen. Die erste positive Überraschung des Tages!

Die zweite folgte auf dem Fuße: Nicht nur war diesmal endlich wieder die COCKPIT-View mit dabei - nein, man konnte sogar an sich selbst herunterblicken und sah dabei nicht nur Arme und jede Menge funktionaler Instrumente (Mit dynamischen, spielkorrekten Werten!!!), sondern sogar die Beine und Füße agierten entsprechen bei jeder Schaltung, Bremsung oder beim Gänge einlegen! Zwar nur ein Detail - aber man merkt den Willen zur detaillierten Ausarbeitung einer wirklich neuen und umfassend den Spieler mit einbeziehenden Spielatmosphäre.

Wobei wir nun beim Spiel selbst angelangt wären.



Shake ya head

Ins Auge sticht für uns Spieler meist auf den ersten Blick nur eines: Ist die Grafik realistisch oder zumindest "HD"? Hämmert der Sound ordentlich und hört man die PS?

Mal abgesehen davon, dass beides bei Need for Speed SHIFT mit einem deutlichen JA beantwortet werden kann, so ist dennoch die Frage: Was kann eine Fahrsimulation bieten außer toll auszusehen und den Simulationsaspekt möglichst gut zu treffen?

Die Lösung ist fast zu simpel und damit komme ich wieder auf die Einleitung dieses kleinen Berichts zu sprechen: Wenn ihr gegen eine Mauer donnert und mit dem Fahrerhelm an die Frontscheibe scheppert, dann geht das Licht aus und die Sterne an! Gesprochen als Spielfeature: Je höher eure Aufschlaggeschwindigkeit auf eine Bande ist, desto mehr und desto länger verschwimmt im Anschluss eure Sicht. Auch im Sound ist dies mit Japsern des Fahrers oder hörbarem Herzschlag untermalt wenns mal all zu heftig wurde.

Beschreiben lässt sich dies leider nur unzureichend ohne Videomaterial und es hört sich auch ein wenig nach Handycap an - ist es aber definitiv nicht! Wie es sich nach der ersten Spielrunde für alle Tester herausstellte (auch wenn sie vorher eher kritisch hierzu waren), fügt sich das Feature optimal in den Spielfluss ein. Es kommt hier zu keiner, über die gewollte kurzfristige Orientierungslosigkeit hinausgehende Beeinträchtigung - es wird im Gegenteil ein atmosphärisches "Mittendrin-Gefühl" vermittelt welches je nach Heftigkeit des Auftreffens sanfter, bzw schneller wieder verschwindet. Gemäß der Simulation ist dies auch das richtige und gewollte Feedback an den Fahrer: Nächstes mal in die Kurve langsamer einfahren! Dank Replay-Funktion konnten wir uns auch gut mit ansehen, wann wir genau hätten etwas auf die Bremse treten sollen....

Dass man sehr fix unterwegs ist, merkt man übrigens an einem schön umgesetzten Tunnelblick: Wie auf der echten Rennstrecke, wenn nur noch die Geschwindigkeit zählt und man nur noch den Weg zum Ziel sieht, verschwimmen die Ränder, Armaturen werden nur noch schwer lesbar und das Bewegen des Kopfes im Spiel wird schwerer.

Habt ihr euren Flitzer an die Bande gesetzt, wird er natürlich auch nicht von Beulen und Dellen verschont. Komplett zerstören könnten wir am Testtag jedoch keines - obwohl teilweise nicht mehr viel mehr auf der Strecke lag als eine schrottreife Mühle. Das stört bei einer so weit fortgeschrittenen und fast fertig erscheinenden Demoversion (!) jedoch kaum. In der Tat hatten wir gemutmaßt, dass das Gesehene schon direkt auf die Gold-Master DVD gepresst hätte werden können. Doch bis dahin haben die Jungs von SMS noch einige Zeit - gut so!

Apropos - um den Faden wieder aufzugreifen: Ein Schadenssystem und auch der Einfluss des Füllstandes eures Benzintanks sollen später durchaus Einfluss auf das Fahrverhalten eurer PS-Schleuder haben!



Viel vorgenommen

Die möglichst authentische Spielerfahrung ist aber nicht das einzige Feature des Spiels!

Natürlich sind auch weitere Elemente ganz vorne mit dabei:
  • 15 reale Strecken und weitere zumindest an realen Orten (London, Brands Hatch, ect)
  • Verschiedene Lichtsettings (In unserer Demo gab es keine "Nacht" oder Tag/Nacht Wechsel, bzw Wetter)
  • Zahlreiche lizenzierte Flitzer (Lotus Elise, Audi RS4, Chevrolet Corvette Z06, Porsche 911 GT2, Pagani Zonda, usw; Mehr als 70 Fahrzeuge)
  • Optik- und Leistungstuning
  • Ausgereifte Fahrphysik inkl. Schadensmodell (Effekte auf Fahrdynamik wie bei NFS ProStreet waren in unserer Version noch nicht enthalten)
  • Verbesserte KI (Machen Fehler, drängen euch ab, lassen euch aber auch vor)
  • KI Fahrer haben eine Persönlichkeit, die euch in späteren Rennen eine Revanche abverlangen werden
  • Abstellbare Fahrassistenten (ABS, Traktion, usw)
  • Verschiedene Sicht-Settings (Cockpit, Motorhaube, 3rd Person, Stoßstange)
  • Karrieremodus
  • Online-Multiplayer (u.a. mit 16-Spieler Rennen!)
  • Replay Funktion (!)
...und vieles mehr, was wir in der Aufregung und im Kampf um den Kontroller zur nächsten Runde vergessen haben zu notieren.

Macht aber nichts: Einen kompletten deutschsprachigen und sehr interessanten Artikel zu NFS SHIFT findet ihr HIER bei NFS.de

Fazit

Mit der Frage "Ist das überhaupt Need for Speed" sind wir nach London gereist. Mit der Antwort "JA, das ist NFS - nur anders und besser" kommen wir wieder zurück. Wer einen Action-Racer wie NFS Undercover, Most Wanted oder Carbon erwartet, wird von Need for Speed SHIFT zwar nicht direkt enttäuscht sein, aber dennoch ist der Titel mehr eine neue Ausrichtung mit Neuanfang als eine pure Fortsetzung der Franchise, bzw des letzten Titels.

Da man ja bekanntlich in Vergleichen lebt, würden wir die Ausrichtung - auch wenn es nicht wirklich optimal passt - eher auf diejenigen Gamer projezieren, die mit Need for Speed Pro Street eher auf einer Wellenlänge lagen, bzw mehr auf das Rennen und das Erleben dabei stehen, als auf ein großes "Brimborium" darum herum (Wobei dieses natürlich bei SHIFT nicht fehlt). SHIFT ist in der Tat keine 100%-ige Simulation, sondern eine gute Mischung mit Schwerpunkt auf letzterem.

Wenn man also so sagen will, dann ist vielleicht der Inhalt nicht mehr 100% loyal mit dem der Serie, aber abseits des Namens steht SHIFT nach wie vor für deren wichtigste Eigenschaften. Und das ist gut so, denn mit SHIFT wurde für die Serie ein wirklicher Neu-Anfang mit möglichst wenig Altlasten gewagt. Auch wenn das vielen sicherlich nicht schmecken mag, so kann man den Nay-Sayern ("Das ist kein Need for Speed") doch schon nach der nur 4-stündigen Testfahrt guten Gewissens entgegen halten: "...aber es wird dem bedeutsamen Namen wieder richtig gerecht!"

Und mehr kann man sich aktuell für die Zukunft der Serie als Spieler nicht wünschen.


VIDEOS UND MEDIA

Weitere Kollegen vor Ort haben es sich natürlich nicht nehmen lassen und einige der anwesenden und sehr genau auf unser Feedback hörenden Devs vor die Kamera zu ziehen. Et voilà - da sind die zugehörigen Videos!

Wir sind gespannt, was wir von Need for Speed SHIFT noch hören und sehen werden!



jarafi
#1 · jarafi · 04.03.2009 20:46
Das sieht doch nicht schlecht aus
skar
#2 · skar · 04.03.2009 20:49
Wow, ein schöner Bericht. Da kannst Du ja sogar mal einen alten Shooterhasen wie mich hinterm gemütlichen Ofen hervor locken.
GuttnDøc
#3 · GuttnDøc · 24.02.2010 16:29
Das Bild mit dem Wagen in der Wand ist ja wohl mal richtig genial !!!

Wäre was für zuhause ;) Ich sag nur Schöner Wohnen, hehe

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