Comic-Shooter oder RPG - Rollenspielshooter Borderlands angespielt
Borderlands soll Rollenspiel und Shooter vereinen - das versuchten schon viele, meist mit mäßigem Erfolg. Ob nun Borderlands das besser schafft, musste ich mir natürlich selber anschauen. Also im Dienste der "Wissenschaft" 49 Euro ausgegeben und meinen Samstag "geopfert". Der Anfang von Borderlands gestaltet sich etwas schwieriger als gedacht, die Einblendung der Herstellerlogos und das obligatorische Nvidia-Logos lassen sich nicht überspringen und das setzt sich leider auch bei der Story-Einleitung fort. Anfangs erträgt man das ganz gut, aber wenn man das Spiel mehr als einmal starten möchte, geht einem die fehlende Skip-Funktion schon ein wenig auf den Geist. Hier hat die Community aber schnell eine Möglichkeit gefunden, dies mit einer Änderung der Konfigurationsdatei zu ändern. Die Story ist zum Glück aber schnell erzählt: Man befindet sich auf dem Planeten Pandora und ist auf der Suche nach der legendären Kammer namens Vault, in welcher es unvorstellbare Schätze und fortschrittlichste Alien-Waffentechnik geben soll. Gut, das Ziel ist klar - auf in den Kampf! Die Vielzahl der Wahlmöglichkeiten im Bezug auf Klassen und Optik des Charakters, die ein klassisches MMORPG bietet, gibt es in Borderlands nicht. Vier verschiedene Charaktere mit unterschiedlichen Befähigungen sind wählbar. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: Sie können mit Waffen schießen - und das wird nach einer kurzen Einführung auch schnell wichtig. Kaum hat man sich mit Steuerung und Handling zurechtgefunden - was dank Ego-Shooter-typischer Steuerung schnell erlernt ist – darf man auch schon fröhlich drauf losballern. Soweit ist alles eher klassisch, jedoch bekommt man für getötete Gegner und erfüllte Quest Erfahrungspunkte. Hat man genug Erfahrungspunkte, steigt man ein Level auf und kann eine Spezialfähigkeit des Charakters verbessern. Je nach Klasse und bereits erreichtem Level, kann das von mehr Waffenschaden bis hin zur Heilung der Mitspieler durch "Friendly Fire" reichen. Da man – aufgrund zu wenig erreichbarer Level - nicht alle Spezialfähigkeiten erlernen kann, muss man sich spezialisieren. Jede Klasse hat drei verschiedene Ausrichtungen, hier darf man aber bunt mischen. Der von mir gespielte Jäger ist mit entsprechender Skillung eine sehr effektive Klasse, aber wie zu erwarten, gibt es für jede Spezialisierung auch "Angstfeinde". Unter Umständen rennen 5 Gegner auf mich zu und mein dreischussiges Scharfschützengewehr muss nachgeladen werden… Um hier nicht in Schwierigkeiten zu kommen, trägt man meist unterschiedlichste Waffen im Gepäck mit sich herum. Mit dem Mausrad kurzerhand auf die Maschinenpistole gewechselt und auch diese Situation ist entschärft. Hier zeigt sich ein weiterer Unterschied zum klassischen Shooter: Je häufiger man eine Waffe verwendet, desto besser beherrscht man den Umgang mit ihr. Das oftmals sehr offene Spielgebiet von Borderlands läd dazu ein, sich einfach dem Blutrausch hinzugeben und Gegner auszurotten. Wer es etwas zielgerichteter mag, der darf entweder der Story folgen oder diverse Quests erfüllen, welche sich jedoch meist auf das Töten von Gegnern oder das Finden von Gegenständen beschränkt. Bosskämpfe gibt es in Borderlands auch und die haben es in sich. Da wünscht man sich, die Aufgabe im Ko-op-Modus zu erledigen, wären Gegner nicht auch umso stärker je mehr Mitspieler zusammen spielen. Für den Ko-op-Modus über das Internet benötigt man einen GameSpy-Account, dies sei am Rande erwähnt. Die innovative Optik des Spiels und die zusätzlichen rollenspielähnlichen Elemente machen Borderlands sicher nicht zu einem Rollenspiel mit Schusswaffen, aber ein außergewöhnlicher Shooter ist dem Entwickler Gearbox mit Borderlands auf jeden Fall gelungen! Datum ... 20.11.2009 Kategorie ... Spiele ... Previews und Reviews Meinungen ... 7 Kommentare Weitere zugehörige Artikel · Ein Blick zurück: American McGee's Alice· Dragon Age Legends: Einführungsguide und Erklärung der Attri... · Brink: Dies ist kein Vergleich
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