Das Bananenprinzip oder wie eine Betaphase zum Marketingmedium wird.

Sind Betaphasen heute wirklich noch Software-Tests oder mutieren sie zum reinen Marketingmittel?
Laut Fremdwörterbuch des Dudenverlags gilt für das Wort Betaversion folgende Definition:

Be|ta|ver|si|on, die; -, -en : (EDV) neues bzw. überarbeitetes Software- od. Hardwareprodukt im zweiten Entwicklungsstadium.

Das Bananenprinzip


Soweit also zur Definition des Wortes - was heutzutage alles als Betaversion bezeichnet wird, unterscheidet sich teils stark von dieser Bedeutung. So schimpfen Spieler über halbherzig fertiggestellte Spiele, welche trotz Betastadiums veröffentlicht wurden und Publisher laden zu Beta-Testphasen ein, welche sich vom endgültigen Produkt kaum bis gar nicht unterscheiden.

Lange Zeit waren Betaphasen ein notwendiger Entwicklerschritt, um die Qualität eines Produktes zu prüfen, Fehler zu finden und diese zu beheben. An öffentliche Betaphasen dachte zu dieser Zeit noch niemand. Betatests wurden in den Entwicklerstudios, teilweise durch Mitarbeiter, teilweise auch durch extra zu diesem Zweck eingestellte Studenten und freie Mitarbeiter, hausintern durchgeführt. Ein schlecht verlaufener Test gefährdete unter Umständen nicht nur den Release-Termin, sondern konnte eine Kehrtwende der Entwickler bedeuten.

Für viele Entwickler und auch deren Publisher war die Meinung der Spieler zu ihrem Produkt wichtig. So entschied man sich, ausgesuchten Personen, die sich sehr um entsprechende Titel verdient gemacht hatten, sei es durch eigene Internet-Portale zum Spiel oder dokumentierte Spielerfolge, an Betatests teilzunehmen, um Spiele den Bedürfnissen der zukünftigen Kunden besser anpassen zu können. Auch in dieser Zeit waren die anfänglichen Betaversionen eines Spiels nur selten identisch mit dem, was der Kunde zukünftig in den Händen halten sollte. Das Privileg einer Betatest-Einladung musste man sich erarbeiten.

Lexi
#1 · Lexi · 13.03.2010 11:50
wehret den Anfängen - ich war mittendrin als es langsam an dieses umdenken ging

dabei war die Betaversion teilweise gut ein halbes, teilweise fast ein Jahr vor der Veröffentlichung des Spiels rausgekommen.

Es hatte damals so seine Vorteile, denn wie du schon geschrieben hast, die dort gefundenen Probleme sind zum Großteil bei Release behoben gewesen...
Werewolf
#2 · Werewolf · 13.03.2010 14:11
Die Vorteile für Entwickler und Publisher liegen auf der Hand,...
...und mit einem zeitig veröffentlicheten (Beta-)Produkt setzt man etwaige Mitbewerber unter Zugzwang und hofft einmal gewonnene (Beta-)Spieler für das Vollprodukt zu gewinnen...

Alles zusammen genommen ist das schon eine klevere Strategie, die von den willigen Kunden getragen wird.
TachiFoxy
#3 · TachiFoxy · 13.03.2010 16:09
War doch bei der Beta unserer Schlachtfeld-Schweden genauso... Die Build, die wir aufgetischt bekamen, war mindestens einen Monat aelter als die Version, die intern als "Final" galt und mehrere Sachen waren durch sinnlose Scores (eine Milliarde Punkte zum Leveln auf Rang 12) wie in einer Demoversion gelocked.

Die Beta war weniger eine Beta, sie war mehr eine Demo.
Pepinio
#4 · Pepinio · 13.03.2010 21:23
bis zu 8 Jahre Entwicklungszeit ...wow das ist krass.
GuttnDøc
#5 · GuttnDøc · 14.03.2010 02:49
Guter Artikel! Ich sehe die heutigen Beta´s auch eher als Hybrid von Demo und Open Beta.

Das die Spiele beim Kunden reifen ist wohl auch auf zu kurze Vorgaben bei der Entwicklungszeit durch den Publishers zurückzuführen. Wie man z.B. Duke Nukem sieht ist eine Deadline schon sinnvoll, sollte aber auch nicht zu kurz sein.
Schrammi
#6 · Schrammi · 16.03.2010 10:14
schön geschrieben, grosses Lob^^

Neuen Kommentar erstellen

Facebook Twitter Steam Gruppe RSS Feed
© 2003-2011 Copyright Station54 Community Management GmbH, alle Rechte vorbehalten.
Figh7Club genießt Markenschutz. Alle Markenzeichen gehören allein den jeweiligen Inhabern.

Team | Jobs | Datenschutz | Kontakt | AGB | Partner-Angebote | Sitemap | Impressum