Goblins gemeine Gaming-Glossen :: Es trifft immer die Anderen!Goblins gemeine Gaming-Glossen
Es trifft immer die AnderenEs soll ja Menschen geben, die sich die Tagesschau deswegen nicht ansehen, weil sie davon depressiv werden. Krisen, Kriege, Mord und Gewalt. Eine Viertelstunde lang und wohl heftiger als in so manchem Killerspiel. Dabei bietet sie ja nur ein Abbild der Realität. Mich kann das, was da gezeigt wird eigentlich kaum schocken und somit ist es die einzige Sendung, die ich überhaupt noch sehe (Ansonsten ist der Fernseher zum Monitor meines DVD-Players verkommen. Mich würde sonst eher der andere Mist depressiv machen, allein der Gedanke, dass es Leute gibt, die sich so etwas antun und konzentrieren kann man sich bei den interessanten Methoden, überall und immer Werbung unterzubringen, sowieso nicht…). Was sollte mich das, was ich da sehe auch beunruhigen, mal abgesehen von einigen Gesetzesänderungen betrifft mich selbst dann doch das meiste eher wenig. Sterben tun am Tag viele, aber ich doch nicht und das Gefühl, dass es immer nur andere trifft, ist ein Gefühl zynischer Sicherheit. Immer andere trifft es auch – davon geht man zumindest aus – innerhalb von Computerspielen. Stirbt man selbst, ist das Spiel vorbei. Entweder, weil man versagt hat oder eben, weil ein einfallsreicher Story-Schreiber der Dramatik zum Abschluss ein Glanzlicht verleihen wollte. Als könnte man damit über die gähnende Langeweile in der Handlung hinwegtäuschen… Und wieder einmal schweife ich ab und komme nicht zum Thema, grandios. Worauf ich hinaus will: Auch in Spielemagazinen und in Foren lese ich ständig von Dingen, die uns alle aufrütteln sollten. Dass ein Spiel aufgrund eines durchtriebenen Kopierschutzes nicht startet etwa. Oder nicht funktioniert, weil irgendwelche Manager, die selbst noch nicht eine Minute ihres Bonzenlebens mit einem Computerspiel verbracht haben, in ihrer Gnad’ und Güte den Aktionären hohe Kurse zu Weihnachten schenken wollten. Und so müssen hunderttausende junger Menschen leiden. Sie haben so bereitwillig ihr Taschengeld oder ihre Ausbildungsvergütung (Nein, zu etwas Höherem reicht es nicht!) für etwas ausgegeben und dann funktioniert es nicht. Wie gemein! Ich hingegen kam bisher mehr als glimpflich davon. Ich musste nur vor einigen Jahren mal für Chrome: Specforce mein System komplett neu aufsetzen, weil der Starforce-Kopierschutz von dem Treiberwirrwarr auf meinem seit mehr als drei Jahren mit verschiedenster Hardware stabil laufenden Windows so durcheinander gebracht wurde, dass er gar nicht erst prüfte, welches der Laufwerke er mit seinen unglaublichen Systemzugriffsrechten zerstören soll. Daher behauptete er einfach, es wäre keine CD eingelegt worden. Wie gesagt, ohne eines der Laufwerke durchgeprüft zu haben. Ach, und seit dem ich Alarmstufe Rot 3 mit Securom installiert habe, erkennen meine DVD-Laufwerke keine CDs mehr. Aber nun ja, wir sind ja alle nur Kunden, wir sollen nur brav das Geld auf den Tisch legen und uns nicht beschweren. Also sage ich dazu jetzt mal nichts weiter zu. Und CDs braucht in Zeiten, in denen BluRay-Discs wie Blei in den Regalen liegen, doch eh keiner mehr! Alle Macht dem DVD Forum! So lebte ich denn jahrelang in meinem Luftschloss der Sicherheit. Mir würde so etwas nie passieren, bei mir würden immer alle Spiele funktionieren. Selbst Steam hat bei mir immer bereitwillig getan, was es sollte. Bei mir gab es keine Schwierigkeiten, Half Life 2 zu entschlüsseln, weil der Andrang so groß war, ich konnte es sofort spielen. Bis heute! Heute bin ich im Besitz von GTA IV. Heute ist alles anders. Ja, GTA IV ist so eine ganz andere Geschichte. Nachdem GTA ewig lang ein Zugpferd von Sonys Playstation war und der dritte Teil der PS2 erst zu richtigem Erfolg verhalf, musste ich jetzt schon Monate mit ansehen, wie mein kleiner Bruder es auf seiner widerwärtigen XBox 360 gespielt hat. Nicht, dass mir die Playstation sonderlich sympathisch wäre. Aber sie ist mir immer noch lieber, als die XBox, mit der das systematische Unter-den-Nagel-Gereiße von PC-Spielen und –Marken in der Welt der Zweitklassigkeit unserer lieben Spielkonsolen begann. Nachdem man es monatelang im Unsicheren ließ, ob das Spiel überhaupt für das Spielgerät der intelligenten (und toleranten!) Leute erscheinen würde, kündigte man es schließlich an. Und schließlich konnte man sich sogar dazu hinreißen lassen, es zu veröffentlichen. Doch hatte man uns anscheinend noch nicht genug gepeinigt. Sieht man mal von den horrenden Systemanforderungen ab, die einen Computer erfordern, mit dem man wohl auch eine Stadt der Realität 1:1 wiedergeben könnte, gibt es allerlei schönen Schnick-Schnack. An unliebsame Online-Aktivierungen fast schon gewöhnt, musste auch Rockstar auf die Züge Windows Live und Datenspäh-Software (Rockstar Games Social Club) aufspringen. Nicht, dass jemand diese Features ernsthaft nutzen würde und befürworten tut sie wohl auch kaum jemand. Dass irgendein Programmierer oder Designer das gewollt hat, kann ich mir auch beim besten Willen nicht vorstellen. Dafür ist dieses Spiel schlicht und ergreifend zu anarchisch. Dasselbe wird man aber wohl kaum von der Chefetage von Rockstar und Take2 behaupten können, wo man sich diesen Mist ausgedacht hat. Aber davon will man sich ja nicht entmutigen lassen und installiert bereitwillig die 16 GB (Aus unerfindlichen Gründen sind Spiele in den letzten Monaten erschreckend groß geworden, nachdem jahrelang 2-3 GB Standard und 5-6 GB Obergrenze waren. Offenbar hat man sich in der Industrie darauf geeinigt, den Festplatten-Absatz erhöhen zu wollen…) Daten. Nur um dann festzustellen, dass es nicht funktioniert. Ich las vorher von vielen Problemen, die ATI-Karten-Besitzer mit dem Spiel haben. Ja, das ist ja auch unverschämt. Nun hat nVidia denen so viel Geld bezahlt, dass das Spiel für ihre Grafikkarten entwickelt wird, da wagt es jemand, eine ATI zu besitzen. Ich zähle mich aber nicht zu diesen Unmenschen, vier Jahre Catalyst-Treiber zu haben, ist ja nun wirklich lang genug. Es war auch nicht das Spiel, welches den Start verweigerte. Vielmehr wollte der Rockstar Games Social Club (Welcher Marketing-Mensch wird demnächst eigentlich für die Erfindung dieses albernen Namens einen langsamen und qualvollen Tod sterben?) nicht so wie ich. Da half auch der Patch nicht weiter, den ich mir, der einige Zeit mit dem Kauf gewartet hatte, bereits besorgt hatte. Vielmehr ergab meine Google-Recherche, dass ich einen neuen Klient dieses Tools herunterladen müsse. 200 MB mit dem 56k-Modem, was ich mangels Alternativen hier in der tiefsten Provinz mittlerweile habe… Was genau der Sinn dieser Software eigentlich ist, konnte ich bis dato nicht ermitteln. Sie bietet die gleichen Features wie Steam, spioniert ein wenig den PC aus, nervt einen mit Werbung und läuft dabei auch noch unsagbar schlecht. Letzteres ist das einzige, was ich mit Sicherheit sagen kann, da mein geringes Interesse mich davon abhielt, das weiter nachzuforschen. Ich war ja schon entnervt genug, nachdem die Entfernung der Sicherheitshülle bei Media-Markt meine Verpackung beinahe in zwei Hälften geteilt hat, was ich erst zu spät gesehen habe. Doch stoisch, wie ich eben bin, habe ich das ertragen. Nun aber war Schluss. Es war Zeit für Maßnahmen. Ich installierte Fallout 3, was ich mir ebenfalls gekauft hatte. Und dieses Spiel, ebenfalls mit DRM und Windows Live gesegnet funktionierte. Und nicht nur das, offenbar fing GTA IV um seine Existenz auf meiner Festplatte zu fürchten und der Social Club funktionierte. Aber nichts da! Ich beließ es dabei und spielte zunächst Fallout 3. Doch damit bin ich jetzt mehr oder weniger fertig, von daher auf ein Neues. Und jetzt funktioniert euer blödes Spiel, Rockstar. Ansonsten gibt es nämlich Ärger. Ich sage es nur und noch bin ich freundlich, aber passt bloß auf. Ich kann auch ganz anders! Ja?! ![]() Datum ... 10.02.2009 Kategorie ... Kolumnen Meinungen ... 8 Kommentare Weitere zugehörige Artikel · DLC - Diese leidliche Chose· Die kleine Welt der großen Spiele · Kai erobert die Hauptstadt und Station 54 – Woche 4 - Ende
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