Goblins gemeine Gaming-Glossen :: Wäre das Leben doch viel mehr wie…

Goblins gemeine Gaming-Glossen


Wäre das Leben doch viel mehr wie...



Age of Empires


Men at Work
Würden wir eigentlich noch wissen, was Bäume sind? Wäre das nicht etwas, von dem uns unsere Großeltern Geschichten erzählen würden? Wie toll es war, als es das noch gab? Wenn ich mit meinem Dorf, das auf 50 Mann beschränke in einer(!) Schlacht halb Griechenland abholze, nur um meinen Bedarf an Waffen, Gebäuden und Technologien zu decken, wie hätte das dann in Wirklichkeit aussehen müssen? Es ist ja so, dass Spanien und Italien vor mehr als 2000 Jahren noch mit Urwäldern überwuchert waren, bis die alten Römer auf die glorreiche Idee kamen, all die nutzlos herum stehenden Bäume sinnvoll für den Bau von Kriegsschiffen einzusetzen (Merke: Das beste Holz ist immer genau in der Mitte des Baumes, der Rest muss daher leider entsorgt werden). Wäre es aber wie in diesem Spiel, in dem meine sechs Holzhacker innerhalb von einer halben Stunde ganze Wälder in ein Meer von Baumstummeln verwandeln würden. Vermutlich müssten wir uns nicht einmal um die Klimakatastrophe Gedanken machen müssten. Wir wären doch längst alle erstickt, weil gar nicht mehr genug Sauerstoff produziert werden würde. Aber wer braucht das schon? Katapulte sind eben wichtiger und als Mann sollte man eben auch schon einmal Prioritäten setzen können. Und da in dem Spiel eben auch Gebäude, die eben nur für das Auge des ungeschulten Beobachters wirken, als wären sie aus Stein, mit Holz gebaut werden, ist es unerlässlich, dass die Äxte niemals ruhen. Zudem gönnen sich die Bauern in dem Spiel jedes Mal, wenn ihr Feld abgeerntet ist, ein neues Farmgebäude. Von daher ist die ganze Aktion nun einmal ein Fass ohne Boden, so leid mir das tut. Solange keine Ents daher gelaufen kommen und mir meine schöne Heimat kaputt machen, werde ich nichts daran ändern können.

Command & Conquer

Herrgott, wie langweilig wären Schlachten! Wenn wirklich bei einer Panzerschlacht sich die Panzer nur stur voreinander aufstellen und aufeinander feuern würden. Wenn ein Treffer äußerlich überhaupt keine Schäden anrichtet, sondern jeder Panzer brav stehen bleibt, bis er nach dem fünften Einschlag plötzlich zu Staub zerfällt. Und ist die Schlacht dann erst einmal gewonnen, geht es ja weiter. Militärstützpunkte des Feindes einfach mit Männern zu besetzen, wäre ja viel zu einfach. Die zerstören wir! Nicht mit Sprengstoff oder so, mit solchen Kindereien fangen wir gar nicht erst an. Nein, wir lassen unsere Panzer einfach auf die Gebäude schießen und zwar stumpf immer auf die gleiche Stelle, 20 Mal. Dem Gebäude macht das zunächst einmal gar nichts aus, doch nach dem zehnten Treffer sieht es plötzlich beschädigt aus. So bleibt es dann, bis der letzte Treffer es plötzlich pulverisieren lässt. Wie vorteilhaft, jetzt müssen wir uns nicht einmal um die Beseitigung der Überreste kümmern, sondern können das Gebiet gleich mit eigenen Gebäuden zupflastern. Ja, erobern können hätten wir die Häuser ja auch einfach, aber wo bliebe da die pyromanische Sucht nach der Zerstörung. Habt ihr euch schon mal gefragt, warum der Kerl auf der Verpackung von Tiberiumkonflikt so gebannt durch seine Brille starrt, auf der sich die Explosionen spiegeln? So wären Befehlshaber, wäre die Welt wie in diesem Spiel!


Panzer-Gebolze
Aber allein ja schon, was Panzer in diesem Spiel kosten, dann wären wir ja alle Befehlshaber! Wer gibt schon 20.000 € für einen halbwegs brauchbares Auto aus, wenn er für 800 $ einen Panzer bekommt. So schwach, wie der Dollar vor einiger Zeit noch war, wären wir doch aus Manövern gar nicht mehr heraus gekommen! Geballer an jeder Ecke, aber ordentlich! Der Konflikt im Nahen Osten wäre doch nichts gegen das, was hier ablaufen würde. Geht euch jemand auf die Nerven? Die 1500, die so ein Bomber kostet, sollten einem das schon wert sein, wenn man dafür jemanden auf Lebzeiten los sein kann. Es könnte uns zwar genau so schnell erwischen, aber so etwas verdrängen wir ganz einfach!

Außerdem wird in dem Spiel jedes Problem des Lebens auf einfachste Weise gelöst! Durch den Kartenrand! Wir befinden uns am Arsch der Welt und stehen einem übermächtigen Feind gegenüber? Kein Problem, aus dem Kartenrand kommt wie auf Kommando ein Baufahrzeug angefahren. Wo das so plötzlich her kommt? Na, aus dem Kartenrand! Niemand weiß, was hinter diesem liegt, folglich kann auch niemand etwas dagegen sagen. Da kann eine Waffefabrik stehen, die die Dinger am Fließband produziert. Wahrscheinlicher ist wohl aber, dass ein riesiges Dimensionsportal sie einfach am laufenden Band ausspuckt und sie überall auf der Welt erscheinen lässt. Wie praktisch!

Half Life


Ein Herz und eine Seele
Ein Weltenretter, der kein Wort sagt. Ist das nicht irgendwie eine ziemlich gruselige Vorstellung? Wie hält die liebe Alyx das eigentlich aus? Neben sich einen Kerl in einem komischen orangefarbenen Anzug mit einer dicken Brille und einem Drei-Tage-Bart zu haben, der nicht mir spricht. Stellt euch das einmal vor? So ein Mensch kommt an, fängt völlig unvermittelt an, auf alles zu schießen, was sich bewegt, rennt zielstrebig immer in genau den Lüftungsschacht, durch den es weiter geht, hält es aber nicht für nötig, auch nur eine dieser Handlungen eines Kommentars zu würdigen. So einem Menschen würde ich nicht im Dunklen begegnen wollen, aber nein, im Spiel jubeln sie ihm alle zu, Alyx verknallt sich gar in ihn. Zunächst würde man seine Schweigsamkeit vermutlich noch für Arroganz halten, aber bei dem, was man in dem Spiel alles durch macht? Freut dieser Mensch sich eigentlich überhaupt nicht, wenn er nach einem langen, aussichtslos scheinenden Kampf, einen Strider zu Fall bringt? Lächelt er wenigstens, wenn Alyx etwas zu ihm sagt? Wie bringt die es eigentlich fertig, trotz seiner Schweigsamkeit ständig etwas zu sagen. Ich würde ja verrückt werden. Nein, einen Gordon Freeman möchte ich im realen Leben nun wirklich nicht haben!

Tomb Raider

Die erstaunliche Anzahl und Vielfalt an Dingen, die Frauen so in ihren Handtaschen verstauen können, wird mir als Mann wohl immer ein Rätsel bleiben. Lara Croft aber schießt den Vogel ab. Ein wirklich lachhaft kleiner Rucksack und da bringt sie mal eben bis zu acht Waffen, unter anderem Panzerfäuste und Sturmgewehre, Bleibarren, Gebetsrollen und haufenweise Medipacks unter. Was für ein Wunderding! So eines will ich auch! Bedenke ich, wie ich die ganze Schulzeit meinen Rucksack mit tausenden von Büchern schwermütig in den Hort des Unheils geschleppt habe und dann sehe, wie leichtfüßig sie damit durch die Katakomben läuft. Offenbar scheint dieses Behältnis alle Gegenstände zu schrumpfen und somit auch ihr Gewicht reduzieren. Aber andererseits. Irgendwie muss ja das vermutlich enorme Gewicht von Laras Oberweite kompensiert werden. Womöglich würde sie sonst ständig aufpassen müssen, nicht nach vorne zu kippen. Alles also nur auf sich genommene Müh’, um die Männerwelt da draußen glücklich zu machen und das Mädel hopsen und bei jeder Bewegung mit dem Hintern wackeln zu lassen, so unmöglich dies auch scheinen mag? Schwer zu sagen! Die Krönung wären doch aber die guten alten Medipacks, die in einer Nanosekunde nicht nur Schusswunden heilen. Nein, auch der drohende Tod durch das Ertrinken kann so gestoppt werden. Und man muss sich ja nicht mal irgendwelche fiesen Spritzen oder ähnliches in den Körper pumpen oder gar widerlich schmeckende Medizin nehmen. Schenkt man dem Spiel glauben, würde es in dem Falle genügen, die Tasche mit den Medikamenten zu öffnen und einmal kräftig zu stöhnen und schon ist das Ende der Pain gekommen. Himmlisch.

X-beliebiges Rollenspiel

Es ist bekannt, dass man in Amerika jeden erschießen darf, der unerlaubt das eigene Grundstück betritt. Hausfriedensbruch wird bekanntermaßen nur von schlimmen Mördern und Dieben begangen und da ist Selbstjustiz nun einmal angebracht. Aber selbst dort scheint das ja nicht jedem zu gefallen, schenkt man Rollenspielen glauben. Spiele bieten uns bekanntermaßen Dinge, die die Realität nicht bietet. Wir freuen uns, etwas endlich einmal tun zu können. Einfach in fremder Leute Häuser rein zu gehen z.B. Stellt euch das mal vor, ein bis an die Zähne bewaffneter Wanderer, rennt mit gezogenem Schwert, an dem das Blut schon fest gekrustet ist, einfach in eure Wohnung rein. Dann fängt er am besten auch noch an, eure Schränke und Kisten nach brauchbaren Gegenständen zu suchen. Jemand, den wir nicht kennen, jemand, von dem wir nicht einmal wissen, wo er her kommt und wie er heißt. So einer tut das. Selbstverständlich lassen wir den rein. Wir sind schließlich wie diese Mutter aus der Werbung „Im wahren Leben würden Sie Ihre Kinder schützen, warum dann nicht auch im Internet?“

Zelda: The Wind Waker


Der Unterschied zwischen
Gott und einem
Dirigenten?
Gott weiß, er
ist kein Dirigent!
Wie wäre das, wenn jede, wirklich jede Handlung mit irgendeiner Melodie unterlegt wäre? Wenn ich jedes Mal, wenn ich eine Truhe öffnen würde, eine Fanfare ertönt und ich den Gegenstand passend dazu in Siegerpose in die Luft halte. Dieser Gedanke hat mich verrückt gemacht. Man stelle sich vor, man würde, tagein, tagaus, von einem vollbesetzten Orchester verfolgt, welches nur darauf wartet, wieder die entscheidende Melodie spielen zu können. Dessen Mitglieder mich aber anschweigen würden, sollte ich versuchen mit ihnen zu sprechen. Menschen mit steinernen Minen, die auch nicht dann damit aufhören, jedes Mal aufs Neue die gleichen fünf Töne runterzuleiern, wenn ich sie auf Knien darum anflehte. Man fragt sich natürlich, wie all diese Männer in die viel zu engen Dungeons passen würden, wie sie die Sprungpassagen bewältigen, mit denen man selbst schon so seine Probleme hat. Aber wie kommt die Musik denn sonst in das Spiel. Zelda: The Windwaker arbeitet ziemlich viel damit, mit einem Taktstock lassen sich Windrichtung, Tageszeit und Position nach einiger Zeit beliebig verändern. Die Musik kann doch also nicht nur im Kopf des Helden statt finden. Sie muss von irgendwoher kommen. Würde sie nur in seinem Kopf statt finden, wo kämen wir da hin? Aber andererseits. Nun ja, wir reden hier von einem Spiel, in dem man einen ganzen Abschnitt lang von einem Tannenzapfen begleitet wird und der mit einem sprechen kann. Es sind doch eigentlich schon ganz andere Menschen der Schizophrenie zum Opfer gefallen. Warum also nicht der nach mir benannte Held? Und wer soll das Orchester bezahlen? Ich meine, Berufsmusiker zu beschaffen, die einem den Schwachsinn 24 Stunden am Tag vornudeln dürfte schwer und teuer sein. Die sind nämlich gewerkschaftlich abgesichert, weigern sich, unter 15 C° Raumtemperatur zu spielen (Eiswelten wären also tabu) und wenn um 18 Uhr laut Probenplan Schluss ist, wird um Punkt 18 Uhr das Instrument aus der Hand genommen und eingepackt. Ob der Dirigent noch am dirigieren ist? Das interessiert keine Sau! Warum sollten sich solche Menschen um die Geschicke eines Kindes im Kampf gegen das Böse scheren?
Goblin2k3
Autor ... Lennart 'Goblin2k3' Schuett
Erstellt ... 12.11.2008
Zuletzt bearbeitet ... 07.01.2009 12:15

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Kommentare ... 7

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7 Kommentare

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BleedMage


#7 · BleedMage · 12.11.2008 22:25
Nicht schlecht :-)

Nightterror


#6 · Nightterror · 13.11.2008 00:09
Harter Lesestoff. =)

Echt nicht schlecht. Mach weiter so Goblin.

scriptkiddie


#5 · scriptkiddie · 13.11.2008 07:33
1A!

Omg wie geil ;-)
Meiner Meinung nach der bisher beste Teil der Serie!

El.Barto


#4 · El.Barto · 13.11.2008 10:30
Klasse geschrieben, hat mich auf der Arbeit ziemlich unterhalten. MEHR DAVON ;)

nuclearboy


#3 · nuclearboy · 13.11.2008 15:54
Ach, ich will mehr, kann jeden Teil kaum noch erwarten ^^

Narthanael


#2 · Narthanael · 13.11.2008 16:21
Top einfach nur geil.

Kalle Bowo


#1 · Kalle Bowo · 14.11.2008 19:55
Du hast doch echt den Schuss nicht gehört, du Grünling! :D

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