Mass Effect 2 und ich – die gewaltsame Geschichte einer LiebeDas erste Treffen:
Mass Effect 2 springt Einen in letzter Zeit ja von so ziemlich jedem Medium an: Fernsehwerbung, Printwerbung, Launch-Events und jede Internetseite, die sich auch nur im Entferntesten mit Computern beschäftigt, ist voll gepflastert mit Werbung. Marketing in Reinform - ein Hype, der für mich unverständlich war. Gut, den ersten Teil habe ich nicht gespielt, also konnte ich mir kaum ein Urteil leisten. Letzten Donnerstag trudelte dann eine Kopie Mass Effect 2 in der Redaktion ein, meine Kollegin nuschelte etwas von "nicht ihr Spiel", andere waren wild mit Battlefield Bad Company 2 beschäftigt und so hatte ich bald Mass Effect 2 in der Hand - der Beginn einer Liebesbeziehung.
Die erste Berührung: Man soll ja offen für Neues sein und da mich der Medienrummel um das entsprechende Machwerk schon etwas neugierig gemacht hat, dachte ich, ich könnte es mir ja mal kurz anschauen. Ein fataler Fehler wie sich noch herausstellen sollte, dazu aber später mehr. Also Silberscheibe ins Laufwerk und mal auf den Rechner damit. Der verhängnisvolle erste Klick auf das ME2 Symbol folgt und das Spiel startet. Ersteindruck: Nett… ein bisschen Einführung, ein bisschen Augenschmaus mit vorgerenderten… Moment warum geht das Intro nicht weiter? Rückblickend hat mich in genau diesem Moment der Mass Effect 2 – Virus erwischt. Verwundert schaue ich auf den Monitor und bewege zögerlich meine Maus. Es lebt, es bewegt sich und es ist kein Trailer, es ist das spielbare Intro. Etwas desorientiert suche ich verzweifelt nach Anzeigen, Waffenstatus, Lebensbalken und werde enttäuscht. Okay: Mein Raumschiff steht in Flammen, ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt mal eben bei Bioware (Entwickler des Spiels) anzurufen und zu fragen, ob das seine Richtigkeit hat. Die Funken sprühen: Kleinere Explosionen bringen mich zurück in die Realität! Und zwar in die virtuelle Realität des Raumschiffs Normandy, ich soll mich zur Brücke durchkämpfen. Das bekomm‘ ich noch hin, auch ohne Lebensbalken und Waffen… hoffe ich zumindest. Der Weg ist nicht sonderlich lang, wenn ich es im Nachhinein betrachte, aber er hat mich viel Zeit gekostet. Die Normandy ist ein wunderschönes Schiff - derzeit zwar etwas ramponiert, aber sehr liebevoll gebaut. Die Grafikpracht erschlägt mich förmlich und würde Einen das lodernde Inferno nicht daran erinnern zur Brücke zu müssen, ich hätte noch lange die Details studiert.
In diesem Artikel werde ich versuchen, nicht viel von der Geschichte zu verraten, die ist in Mass Effect 2 nämlich sehr umfangreich und interessant, und ich möchte Niemandem die Möglichkeit nehmen, sie selbst zu erleben. Erleben ist auch ein gutes Stichwort, schon während des Intros schaut man sich diese nicht nur an, sondern darf selbst mitbestimmen. Der Spieler entscheidet, ob er um Hilfe bittet oder den potenziellen Helfer im Befehlston in die Rettungskapsel schickt. Großartig! Ich bin ein HELD, also kann ich das alleine, soll der sich doch in die Rettungskapsel trollen, alte Memme!
Datum ... 05.02.2010 Kategorie ... Spiele ... Previews und Reviews Meinungen ... 5 Kommentare Weitere zugehörige Artikel · Ein Blick zurück: American McGee's Alice· Dragon Age Legends: Einführungsguide und Erklärung der Attri... · Brink: Dies ist kein Vergleich
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