Mercenaries 2 World in Flames - REVIEWUnd in der Tat kommt man hier zu einem interessanten, vielleicht sogar einer erstaunlichen Feststellung: Mercenaries 2 World in Flames ist eventuell nichts für Hardcore-Gamer, Schnell-Spieler oder Hetz-dich-durch Naturen. Und damit ist nicht unbedingt gemeint, dass man neben den zahlreichen Haupt-Story Missionen noch unzählige Nebenaufgaben bewältigen kann! Warum, das erklärt sich in unserer Review...doch jetzt erst mal von Anfang an. Der HintergrundZunächst handelt die Geschichte um einen in den Allerwertesten geschossenen Söldner in einem reinrassigen Open-World Szenario, welches durch den benannten Vorfall eine dramaturgische, aber nicht dramatische Hintergrundbemalung in Sachen Storyline erhält. Die ist zwar nicht so aufrührerisch in Szene gesetzt wie bei einer gewissen Geschichte um den „Großen Klau“, aber dennoch ein verbindendes, verständiges Gerüst, dem man nur zu gerne folgt (auch wenn es mitunter seicht bleibt): Nicht nur ist das perforierte Hinterteil für den Spott der Söldner-Kollegen im Intro ein gefundenes Fressen – was schlimm genug wäre - nein, auch die Bezahlung ging mit dieser ungewollten „Abrechnung“ quasi in die Hose. Grund genug, auf Rache zu sinnen, mit den Fäusten zu wedeln und entweder als Haudrauf Mattias Nilsson (Regeneriert sich schneller), Ex-Soldat Chris Jacobs (Bekommt mehr Munition) oder Profi Jennifer Mui (Rennt schneller) das riesige, frei von Ladezeiten und unsichtbaren Grenzen begehbare Stadtareal in Schutt und Asche zu legen. Die Story ändert sich durch eure Charakterwahl übrigens nicht. Damit ihr vor lauter Action und Reiselust eure Ziele nicht aus den Augen verliert, beschickt euch eure Mitarbeiterin Fiona euren PDA immer mit den neuesten Aufträgen. Auch habt ihr dort ein Navigationsgerät sowie eine Kartenübersicht integrierte, so dass ihr immer den Weg zum nächsten Kampfgebiet schnell finden könnt. Wobei das Navi, wie manchmal im wahren leben, nicht immer fehlerlos dahin führt, wo ihr hin wollt. Die Karte und die Landmarken sind jedoch recht eindeutig, so dass hier keine Verwirrung aufkommen wird.Die Haupt-Missionen: Durchaus kreativHier ein kleiner Einschub: Ja, es gibt Zivilisten! Diese bevölkern teils zahlreich, teils selten die Straßen und ihr solltet davon Abstand nehmen, einfach durchzubrausen, denn das könnte für euch mit der Zeit sehr, sehr teuer werden. Generell steckt durchaus Grips im Missionsdesign und speziell auf der Story-Strecke seid ihr vor langweiligen „mach-10x-das-gleiche“ Alibi-Aufträgen relativ sicher. Natürlich muss man sich vor Augen halten, dass es hauptsächlich darum geht, eine Waffe in die Hand zu nehmen und damit entsprechendes zu bewerkstelligen. Sprich: Wer den Grundtenor aus „Töte im Laufe der Mission viele Gegner und überlebe“ oder „Besorge uns das X und überlebe“ als Malus eines Spiels dieses Genres ansieht, der sollte besser zum Adventure oder RPG greifen. Dem Hörensagen nach soll es aber Millionen-User-erfolgreiche Spiele geben, die quasi zum Großteil auf solchen Missionsstrukturen beruhen... (Wenn wir gerade dabei sind: Es gibt in eurem HQ auch einen Kleiderschrank! .. nur um den Vergleich an dieser Stelle noch nicht versanden zu lassen...). Open World mit allen MöglichkeitenBenzin, Fraktionen und WiederholungenDennoch gibt es hier auch einen kleinen Haken an der Sache: Um effektvoll eine 1000 Liter Benzinbombe abzuwerfen benötigt ihr nicht nur Geld, sondern auch eine Zweitwährung: Benzin. Alles was ihr in Mercenaries 2 World in Flames aus der Luft abwerft, sei es eine Aerosolbombe, Artillerie oder eine Munitionskiste, kostet euch im Einkauf nicht nur Bares um es erst einmal im Lager zu haben und später überhaupt über das Unterstützungsmenu einsetzen zu können, sondern für die Ausführung der Aktion auch einen gewissen Betrag an Treibstoff.Notwendige NebenmissionenGrinding und Sammelsucht?Ein gewisser Grind-Faktor (Sammel-Sucht Faktor) ist Mercenaries gerade in den Nebenmissionen nicht abzusprechen. Auch wenn gerade die „Nebenquests“ eintöniger sind, schliddert man irgendwann in eine typische „Nur noch“ Spirale, sprich: Jetzt nur noch die 200 Gallonen aufstocken, damits für den nächsten Angriff reicht ... dafür nur noch diesen Vorposten einebnen und schnell Belohnung kassieren ... ach, lass mal die Artillerie ausprobieren ... jetzt könnte man noch eben die Nebenmission machen....einen Kampfheli als Belohnung kann man im Arsenal noch brauchen .... ach hier stehen noch Benzintanks rum, die lass ich eben noch vom Piloten klauen, damit die Lager auch voll sind .. und schwupps, sind wieder zwei Stunden ins Land gegangen.Doch auch hier gibt es Licht im Grinding-Schatten: Es gibt auch Nebenmissionen, die intelligenter gestrickt sind: In drei, schwieriger werdenden Stufen müsst ihr z.B. ViPs einer Fraktion eskortieren – während das venezuelanische Militär (die „VZ“) schon mit Panzern auf euch lauert. Die Nebenmissionen bringen euch in der Story zwar nicht weiter und eröffnen auch keine alternativen Wege, verbessern aber indirekt eure Ausgangsposition und tragen somit doch zum Hauptgeschehen bei. Mit dem aus den Zusatzaufgaben gesammelten Geld und Waffen, kauft ihr (z.B. in den eroberten, euch freundlich gesonnenen Fraktionshaupt- und Vorposten) Luftschläge und sonstige Unterstützung, die ihr in eurem Story-Missionsbaum gut gebrauchen könnt. Dieser zieht mit der Zeit an, auch wenn es zwischendurch für begrenzte Zeit einige Längen gibt, da nicht viel passiert. Dafür gewinnt die Geschichte im letzten Abschnitt wieder gute Fahrt, die bis zum Finale anhält. ZwischenfazitJetzt haben wir uns einige Absätze durch die (für ein Open World Game enorm wichtige) Missionsstruktur gearbeitet. Das Fazit: Beschäftigung ist genügend vorhanden. Die eher strukturgleichen Nebenmissionen machen zwar oft keine Partystimmung, aber dennoch Sinn für euer künftiges fortkommen in den besser angelegten Hauptaufgaben – und man wird ja nicht gezwungen, alle HVT, Zerstörungs- oder sonstige baugleichen Aufgaben hintereinander zu machen.Doch was bietet das Spiel noch? Kommen wir nun zu den eher technischen, spielerischen und sonstigen wichtigen und aufschlussreichen Spielaspekten. TutorialsDoch nochmals kurz zurück zum Anfang. Eure Mitarbeiter und ihre wertvollen DiensteIhr benötigt im virtuellen Venezuela nicht nur eine Bleibe, sondern auch einen Ort, von dem aus ihr agieren könnt, sprich: Ihr sucht euch ein Hauptquartier – Perfider Weise kapert ihr gleich in der ersten Mission die Villa desjenigen, der sich erdreistete, euch um euer Honorar zu prellen, bzw mit Blei auszuzahlen: Solanos Herrenhaus! Schließlich benötigt man als freischaffender Söldner nicht nur Geld, sondern auch Platz um Benzin und Munition zu lagern. Das HQ ist übrigens komplett frei begehbar. Hier steht euch eure treue Fiona als Vermittler von Aufträgen und Erklärbär zur Verfügung. Auch eure im Laufe der Zeit zu findenden Mitstreiter, ein russischer, betrunkener Jetpilot (für Luftangriffe unabdingbar! Lasst euch von Sätzen wie „Was macht Rauch in Cockpit?“ nicht stören...), eine Mechanikerin („Pimp-My-Car“ & Sonderanfertigungen jeder Art, sofern ihr genügend Ersatzteile, in der Stadt als rote Werkzeugkisten verteilt, aufsammelt!) sowie euer erster Fang, ein Helikopterpilot, richten sich dort gemütlich und jederzeit ansprechbar mit ihrem eigenen...Stil...im etwas durch vorausgehende Kämpfe eurerseits ramponierten Villeninneren ein. Bis ihr dahin kommt, müsst ihr jedoch erst etwas leisten, um sie zu überzeugen. Um die drei zur Mitarbeit zu überreden, sollt ihr im Vorfeld für sie erst spezielle Missionen erledigen. Z.B. den bereits genannten Monstertruck für die Technikerin testen oder in einer in sich mehrstufigen Aufgabe mit Bunkerbustern einen auf den russischen Jet-Piloten angesetzten Offizier ausschalten. Erst dann habt ihr euch ihrer Dienste versichert und dürft sie als neue Mitarbeiter im HQ begrüßen.Generell könnt ihr in eurem "Unterstützungsmenu" bis zu drei Luftangriffe oder Unterstützungsabwürfe eintragen um diese on-the-fly bei von Luftabwehr geräumten Areal von eurem Heli- oder Jetpiloten abwerfen zu lassen. Habt ihr während einer Mission mal nichts passendes dabei, dann ist das kein Problem. Das Spiel lässt euch auch von Unterwegs über euren PDA die drei Attacken neu zusammen stellen - voraus gesetzt, ihr habt sie auf Lager und ihr habt z.B. für einen Panzer-Buster schon den Jet-Piloten aquiriert! Verfügbare Vehikel, Minispiele und hakelige SteuerungIhr könnt euch übrigens vom Heli auch selbst von jeder Position der frei erkundbaren Karte abholen lassen : Einfach Rauchgranate werfen und auf den Heli warten. Bei den Fraktionen könnt ihr in den Vorposten auch ebenfalls direkt landen (Sofern sie euch freundlich gesonnen sind) – ein weiterer Grund, die Nebenmissionen aufzugreifen, sofern ihr längere Strecken nicht mit den GTA-like „ausleihbaren“ Fahrzeugen bewältigen wollt Vom Mofa über Klapperkiste bis hin zum Truck wäre zumindest alles auf den Straßen lebendig unterwegs. Manche Fahrer begrüßen euch beim rauszerren sogar noch mit „Willkommen in Venezuala“. Bemerkten wir schon, dass Mercenaries an manchen Stellen durchaus humorig ist?Leider ist die Fahrzeug-Kontrolle für PC auch etwas indirekter/schwammiger geraten als in der von uns parallel gespielten Xbox Version. So brechen uns vor allem die Zweiräder öfters aus, als auf der Konsole. Bei den Autos ist der Unterschied kaum ausgeprägt. KI: Ein Mal geschnitten Brot bitte!Käferchen in der MotivationskurveWie wir bereits eingangs sagten: Mercenaries ist etwas für diejenigen, die eher Spaß im großen, effektreichen Rahmen haben wollen, und nicht schnell alles auf höchster Stufe mit ungezählten zähneknirschenden Herausforderungen durchspielen möchten.Erbsenzähler sollte man für Mercenaries und dessen großen Spielspaß also nicht sein – und ein verzeihendes oder „ich-geb-dem-noch-ne-Chance“-Wesen wäre auch angebracht. So gibt es denn auch zahlreiche große und kleine Bugs – je mehr oder weniger, je nachdem mit welcher Leidenschaft man hinschaut – über die man durchaus manchmal, bzw oft hinweg sehen kann (ist ja kein kompetitiver eSport Titel), andererseits sich aber auch die Frage stellt: Wie konnte man DAS denn nur übersehen?! Doch hier ist es wie immer: Der Hardcore-Gamer mag sich gestört fühlen. Der Spaß-Spieler wird sich die Bugs merken – und vielleicht sie in der ein oder anderen ausweglosen Situation auch ausnutzen, so lang die Spaß-Momente überwiegen. Was sie hier eindeutig für uns taten. Prekär wird es lediglich, wenn man als Spielfigur z.B. in einem Gebüsch feststeckt und die Mission nur noch abbrechen kann. Das wird immer wieder gern über den Titel an vielen Stellen rezitiert – ist uns jedoch nur zwei Mal bisher (nach knapp 3 Wochen mehrfach-Spielzeit) passiert. Auch die Käferchen haben uns bisher weder Maus noch Gamepad in die Ecke feuern oder das Blut auch nur in Wallung kommen lassen. Bombige Effekte und laues GrafiklüftchenRichtig auftrumpfen kann das Spiel dagegen mit seinen gigantisch in Szene gesetzten Explosionen und der eher Action-orientierten Physik. Hier macht es richtig Spaß, auf die Benzinbombe zu sparen oder Artillerie regnen zu lassen! Die Effekte sind großartig ausgearbeitet und dabei ist zudem etwas, was man aktuell noch selten findet: Auch wenn nicht jedes Bruchstück nachgerendert wird und die Bruchzonen eines einstürzenden Gebäudes eindeutig nicht dynamisch berechnet sind: So gut wie jedes Bauwerk ist mit dem richtigen Kaliber zerstörbar und zerbirst in viele Einzelteile! Tot, Leben und die Save FunktionSollte euch sowas übrigens mal auf den Kopf fallen, ist das kein Problem. Medic-Packs findet ihr bei gefallenen Gegnern (oder sonstwo deponiert) und der Held hat auch die aktuell modische Eigenschaft, sich bei fehlendem Feindbeschuss selbsttätig wieder bis zur vollen Gesundheit zu regenerieren. Leider ist die SAVE-Funkion wohl ein Running Gag: Man kann zwar speichern, aber nicht on-the-fly aus dem Spiel heraus laden. Erst im Hauptmenu unter Optionen im Untermenu Spielstände lassen sich Savegames wieder aufrufen. Dafür müsst ihr das laufende Spiel jedoch verlassen. Das ist zwar unpraktisch, aber weniger schlimm, als es sich anhört: Erwischt es euch mal wirklich, so könnt ihr innerhalb einer Mission jederzeit beim Anfangsstand (oder bei dem oft fair gesetzten letzten Checkpunkt innerhalb der laufenden Aufgabe) wieder beginnen - ohne Abzüge oder Bestrafung. Sterbt ihr außerhalb einer Mission, werdet ihr gegen Bares von einem MedEvac abgeholt, eurer am Körper getragenen Schießprügel beraubt und in eurem Hauptquartier abgesetzt. Leidlich...aber dafür liegen ja quasi genügend Waffen auf der Straße herum, bzw findet ihr sicher einen euch immer feindlich gesonnenen VZ Soldaten oder -Stützpunkt, den ihr bei Gelegenheit sicher um einige Kampfgeräte erleichtern könnt. Notfall könnt ihr auch in Containern über das Unterstützungsmenu Gewehre, Raketenwerfer und Karabiner zukaufen und an eurer Position abwerfen lassen.Das Fazit? Geteilt, aber mit tollem Online Zuckerl!Da wir uns aber immer in Vergleichen bewegen, hier einige solcher Art: Mercenaries 2 World in Flames ist kein Crysis. Es bringt nur eine solide, nicht mehr ganz aktuelle Grafik, aber dennoch mehr Zerstör-Spielereien, zudem passende Effekte und Explosionen um Naturen mit virtuell umfassendem Zerstörungstrieb zu befriedigen, die sich schon immer ärgerten, dass ein Panzer am Stoppschild hängen blieb. Mercenaries 2 World in Flames ist kein Call of Duty. Daher kann es keine so gute und dichte Atmosphäre auf einem linearen Schlauchpfad erzeugen – dafür bietet es eine unglaublich freie, offene Welt, die nicht nur auf dem Packungstext mehrdimensional beschrieben wird, sondern solche Freiheit auch in allen Aspekten bietet. Eine gut gemachte, sinnig fortgesetzte und solide inszenierte Story, die leider etwas flach bleibt, dafür aber mit sauber deutsch vertonten Sprechern aufwartet und zu unterhalten weis, ist dennoch mit inbegriffen! Mercenaries 2 World in Flames ist kein Grand Thef Auto. Schon alleine, weil es beim Söldnershooter sehr viel mehr Handlungsfreiheit gibt, mehr explodiert, alles zerstörbar ist, mehr der Militär-style-Waffen Liebhaber angesprochen wird und der Kampf um und mit den Vehikeln und nicht unbedingt das gekonnte Herumfahren damit im Vordergrund steht. Als Vergleich, wenn man ihn denn schon macht, böte sich an: Äpfel und Birnen. Beides sind Früchte, wachsen auf Bäumen, schmecken aber komplett unterschiedlich und sind in der Form keineswegs zu verwechseln. Mercenaries 2 World in Flames ist eher für die Spaß-orientierten Gamer gemacht. Für diejenigen also, die mal einen ganzen Sonntag darauf verwenden, weiter zu kommen, dann vielleicht von einer Mission frustiert sind – und am Montag kurz vor Feierabend doch wieder hibbelig werden, weil ihnen gerade eingefallen ist, dass ein Motorrad vielleicht einem Panzer schneller ausweichen kann, als ein 4 Tonnen Jeep. Es ist nicht unbedingt geeignet für Casuals, aber auch nicht für „den“ Hardcore Gamer, sondern für diejenigen mit relaxter Grundhaltung, der sich von den betont vorliegenden Problemstellen, die insgesamt zwar nicht hätten sein müssen, aber nur je nach Betrachtung schwer wiegen, vom auf jeden Fall gebotenen Unterhaltungswert nicht abbringen lässt. 7.5/10![]() Erstellt ... 22.09.2008 Zuletzt bearbeitet ... 22.09.2008 19:15 Hits ... 3.024 Kommentare ... 0
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