Sieg auf ganzer Linie - Teil 2Im ersten Teil habe ich bereits die technische Seite von "Teamspeak 3" etwas beleuchtet, nun interessiert uns jedoch die Praxis.
Dank eines sehr aufmerksamen Sippenmitglieds steht mir ein TS3-Server zur Verfügung. Wie gewohnt, ist das Betreten eines Servers denkbar einfach. Die Serveradresse und der verwendete Port der Verbindung reichen, falls der Server nicht mit einem Passwort versehen ist. Oft besuchte Server sollte man sich als Favorit anlegen (aus der Vorgänger-Version schon bekannt unter dem Begriff Bookmark). Jetzt zeigt sich die Stärke von "TeamSpeak 3", die Übertragungsqualität ist brillant und glasklar. Spieler, mit denen ich seit mehreren Jahren zusammen spiele, erkenne ich kaum wieder, so deutlich ist die Änderung. Die "gefühlte" Sprachqualität wird nun nicht mehr durch die Software bestimmt, sondern durch das verwendete Mikrophon. Selbst hier gibt es eine deutliche Weiterentwicklung. Musste man früher noch einen Kompromiss zwischen dem lautesten und dem leisesten Sprecher finden, kann man nun die Lautstärke einzelner Spieler gesondert regeln. Für die eigene Stimme kann man nun auch eine Echo-Reduzierung aktivieren und Hintergrundgeräusche ausfiltern lassen. Überraschenderweise arbeiten diese Funktionen problemlos. Sprachfetzen gehören der Vergangenheit an und man muss sich schon sehr anstrengen, um Rückkopplungen oder Echos zu erzeugen. Im Spielgeschehen zeigt TS3 nun endgültig, warum TS2 zumindest für mich keine Option mehr ist. Jeder Raid-Leiter oder Squad-Leader kennt die Situation, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert. Plötzlich erwacht der Gänsehaufen der sonst mundfaulen Spieler und alle, wirklich ausnahmslos alle schnattern durcheinander, unterbrochen nur von den verzweifelten Versuchen des Leaders, wieder die stimmliche Oberhand zu gewinnen. Damit macht TS3 nun endgültig Schluss. Setzt man sich selbst als Gesprächsleiter ein, werden alle anderen Sprechenden leiser geregelt, wenn man spricht. Ein leichtes Gefühl von Allmacht konnte ich in dieser Situation nicht unterdrücken. Etwas verwundert war ich, als ich die 3D-Positionierung entdeckte. Man kann nun jeden Sprecher im Raum verschieben. So schreit einen der Raid-Leiter bei Bedarf immer direkt von vorne an, die Offence hört man von links und die Defence…, nun ja, wohl je nach Vorliebe wohl meist von hinten. Das ist ein nettes Gimmick, das wohl nicht als erster Punkt auf meiner Wunschliste gelandet wäre. Aber meine Wunschliste ist abgehakt, also warum nicht? Eine weitere sinnvolle Neuerung ist die Möglichkeit, mehrere Server gleichzeitig in verschiedenen Tabs zu öffnen. Es ist also nicht mehr nötig, den eigenen Sever zu verlassen, wenn man mal einen anderen Server besuchen muss. Mit TS3 hält auch eine Freundesliste Einzug, die den Online-Status des Betreffenden anzeigt, und zwar unabhängig davon, auf welchem Server er sich befindet oder welchen Nickname er benutzt. Sicherheit war bei "TeamSpeak" immer ein wunder Punkt. Legte es ein User darauf an, die Nutzer zu belästigen, half nur das Setzen eines neuen Passwortes für Server oder Channel. Das konnte immer wieder zu Problemen führen, wenn es die halbe Gilde nicht mitbekommen hat. "TeamSpeak 3" macht damit nun endgültig Schluss und erstellt für jeden Client eine eindeutige Identität, die der Server speichert. Entsprechende Rechte-Verteilungen gelten nun nicht für den Benutzer, sondern für den Client. Zeitgenossen, die auf Krawall aus sind, müssen nun also nach jedem Serverban die Software deinstallieren und installieren. Vielen wird dies hoffentlich zu viel Aufwand sein. Um die Weiterentwicklung des Programms muss man sich keine Sorgen machen. Schon jetzt gibt es die Entwicklungsumgebung (SDK) als Download. Plug-Ins lassen sich unkompliziert einbinden und auch eigene Skins lassen sich erstellen. Das Beste habe ich mir aber bis zum Schluss aufgehoben: Schreit mein Teamkollege nun "Flashbang" oder "Blendi", sitze ich nicht schon halbblind im abgedunkelten Zimmer beim Versuch, meinen Kaffee vor lauter Schreck nicht auf meine Tastatur zu kippen! Die Latenz, also die Übertragungsverzögerung der Stimme, wurde deutlich verkürzt. Im Abgleich mit einer Atomuhr, die wir spaßeshalber natürlich durchführen mussten, haben wir die Abweichung kaum messen können. Fazit: Wer nicht wechselt, ist selber schuld! Wer wechselt, hat allerdings eine Ausrede weniger, wenn die Granate dann doch wieder mal neben ihm explodiert. Datum ... 21.01.2010 Kategorie ... Spiele ... Previews und Reviews Meinungen ... 6 Kommentare Weitere zugehörige Artikel · Ein Blick zurück: American McGee's Alice· Dragon Age Legends: Einführungsguide und Erklärung der Attri... · Brink: Dies ist kein Vergleich
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