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Nachdem wir letzte Woche ein ganzes Stück in die
Vergangenheit des kleinen
Jungen gesprungen sind, geht es heute einige Jahre in die Zukunft, und zwar fast
genau 10 Jahre. Damit geht es in eine Zeit in der der kleine Junge eigentlich
schon aus dem Gröbsten heraus sein sollte - cirka ein Jahr vor seiner
Volljährigkeit. Die große Zeit des C64 ist schon eine Weile vorbei,
Gianna Sisters,
Turrican
und
Pac-Man sind zwar
immer noch bekannt, aber schon einige Monate Out of State. Zu diesem Zeitpunkt
erschien ein Spiel, welches unter anderem durch seine Story in die Analen der Rollenspiel-Adventures einging: Final Fantasy 7.
Das beliebteste Gerät, was einem Rechner nahe kommt, ist neben dem Gameboy und
seinen Nachfolgern aktuell die PlayStation. Dieses Wunderwerk der Technik
lieferte zu diesem Zeitpunkt eine Grafik für Konsolenspiele, die bis zu diesem
Zeitpunkt unbekannt war. Spiele wie Tomb Raider und andere haben sich schon
ihren Platz erobert. Nun folgte kurz vor der Weihnachtszeit das japanische
Rollenspiel Final Fantasy 7, welches schon vor seiner Veröffentlichung von
vielen Zeitschriften hoch gelobt worden war.
Da auch der Vater des, früher einmal, kleinen Jungen nicht unbelesen war,
kaufte er auf Wunsch des Jungen zu Weihnachten unter anderem auch ein Spiel für
die Playstation. Im Hinterkopf hatte er dabei die Versessenheit seines Sohnes
für Computer-Rollenspiele wie zum Beispiel Baldurs Gate oder ähnliche. Doch dazu
in einem späteren Artikel. Ausgepackt war das Geschenk schnell, aber dem
Beschenkten nicht wirklich bekannt. Seine Freude war jedoch ungebrochen, als er
in der Beschreibung bemerkte das es sich um ein RPG handelte. Freudestrahlend
wurde noch am selben Abend das Spiel mit der Konsole vereint und getestet.

Die Handlung zum Spiel ist nicht schnell erklärt, da sie sich in viele
Nebenstränge aufteilt und sehr viel Tiefe besitzt. Jedoch wollen wir es
versuchen. Auf der Welt Gaia ist die Hölle los. Ein weltumspannender Konzern mit
dem Namen Shinra entzieht der Welt das Mako. Dieses Mako ist die Lebensenergie
des Planeten, lässt sich aber auch gut als Energiequelle, Kaftverstärker für
Kämpfer und als Materia, Substanzen durch die Zaubern möglich ist, verwenden.
Ganz grob erzählt, sammelt sich die Geschichte um die Zerstörung dieser Firma,
der Rettung des Planeten und dem Aufhalten eines ultimativen Bösewichtes.
Wie bereits erwähnt, sind jedoch viele Nebenstränge enthalten. So gilt es
auch, die eigene Geschichte zu erforschen und mit der zeit auftauchende
Ungereimtheiten aufzudecken. Dabei passiert es, dass man einem jungen Mädchen
hilft, das immer wieder in Schwierigkeiten gerät, da Shinra mehr über die Macht
ihres Volkes wissen will. Sie gilt als der letzte Vertreter einer langen Reihe
Menschen, die ihre Welt zu heilen verstanden und Mako ohne Hilfsmittel
beherrschen konnten. Zudem ist man versucht, mehr über die Geschichte des
Planeten zu erfahren, welche viele Überraschungen bereit hält und für weitere
Nebenstränge sorgt. Neben sorgt aber auch ein früherer Weggefährte für weitere
Probleme, da er den Verstand verloren hat, einem irrigen Glauben anheim gefallen
ist, einen Amoklauf durch die ganze Welt vollführt und dabei vor nichts und
niemanden halt macht.

Der Spieler muss, neben der Erforschung der Welt, seine Fähigkeiten
verbessern, sein Können perfektionieren, und den Großteil der Geschichte in
Erfahrung bringen. Dabei ist es nicht nötig, alle Nebenstränge abzuschließen,
oder die reichlich vorhanden Minigames zu spielen. Diese ermöglichen jedoch,
Hintergründe in Erfahrung zu bringen oder Hilfsmittel, Waffen und
Ausrüstungsgegenstände zu zu erhalten, die den Kampf erleichtern. Die meisten
Kämpfe im Spiel finden in Echtzeit statt und ermöglichen durch Erfahrungspunkte
neue Fähigkeiten zu erlernen und alte zu verbessern. Der Zeitaufwand liegt für
Schnellspieler bei knapp 60 Stunden, während Forschernaturen gut und gerne auf
200 Stunden reine Spielzeit kommen können.
Im November 1997 wurde das Spiel von Squaresoft, hauptsächlich für die
Playstation, aber auch für den PC, veröffentlicht. Als siebenter Teil einer
Reihe von, in Japan recht erfolgreichen, Rollenspielen wurden bei der
Entwicklung erstmals vorgerenderte Hintergründe zusammen mit 3D-Modellen
verwendet. Zudem verwendete man auch eine Menge gerenderte Spielszenen oder eine
riesige Anzahl Full Motion Videos. Als interessantester Punkt des Spieles kann
jedoch nicht nur die Story und die Grafik, sondern auch die Musik bezeichnet
werden. Komponiert wurde diese von Nobuo Uematsu, welcher im Spiel Midis
verwendete. Dadurch war garantiert, dass kaum Ladezeiten auftreten und die
Qualität der Musik dennoch sehr hoch bleibt. Später entschied man sich, diesen
Soundtrack auch extra zu veröffentlichen.

Vor und auch während der Veröffentlichung machten viele Kritiken auf das
Spiel aufmerksam. Es erreichte meist die höchsten Wertungen, auch wenn man nicht
mit Kritik hinter dem Berg hielt. So war der Hauptkritikpunkt oftmals die
teilweise gewöhnungsbedürftige Übersetzung der deutschen aber auch englischen
Versionen. Auch sei der sehr lineare Spielverlauf nicht gerade das höchste der
Gefühle. Dennoch sind sich nicht nur die Spieler, sondern auch viele Kritiker
sicher, dass dieses Spiel durch seinen Erfolg den Rollenspielen in der
westlichen Welt einen Markt eröffnete. Zusätzlich erlaubte der Erfolg des
Spieles die Produktion des Filmes Final Fantasy: Die Mächte in dir.
Der glückliche Besitzer eines neuen Spieles wusste all dies nicht, nutzte
jedoch den Abend um bereits die ersten Stunden zu spielen. Dadurch wurde es für
ihn am nächsten Tag sehr schwierig, aus dem Bett zu kommen, doch das war es ihm
wert. Auch an den restlichen Feiertagen gab es kaum eine Zeit, zu der das Spiel
nicht lief und er sich in die Story vertiefte. Er vertiefte sich sogar so sehr,
dass eine Szene im Spiel überraschender Weise für Tränen bei ihm sorgte. Diese
galt aber nicht nur bei ihm als eine der traurigsten Szenen der
Computerspielgeschichte.

Aber ihm reichte es nicht, nur ein Mal Final Fantasy zu spielen. Bis heute
ist er insgesamt viel Mal in diese Welt eingetaucht und es immer noch nicht
leid. Bereits beim ersten Durchspielen kam er auf eine gesamte Spielzeit von
über 100 Stunden, während er später mit 80 Stunden und mit 180 Stunden zum Ende
kam. Ursächlich waren da auch die Minigames und die Nebengeschichten, die es zu
meistern galt.
Fazit: Sollte man nicht so nah am Wasser gebaut sein wie ich, wird die Story
einen nicht unbedingt zu Tränen rühren oder für feuchte Augen sorgen. Jedoch ist
klar, dass dies Spiel trotz seiner Probleme, wie der teilweise fehlerhaften
Übersetzung, eine der atmosphärischsten Geschichten zusammenstrickt, die für
dieses Genre möglich sind. Zeugnis dafür und für den Erfolg ist auch das Novum,
Vorgelagerter aber auch nach diesem Spiel handelnder Geschichten, die in Form
von Spielen und dem Film Final Fantasy: Advent Children, in den letzten Jahren
veröffentlicht wurden. Aus meiner Sicht, auch mit der nicht mehr ganz
zeitgemäßen Grafik, ein Titel, den man gespielt und gemeistert haben sollte.
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