Kurzer Story-Überblick:
Gordon Freeman wird vom mysteriösen G-Man (siehe Tech-Tree) aufgesucht und erneut auf eine Mission gesendet. Freeman erwacht in einem Zugabteil im Hauptbahnhof von City17. Seine Reise durch das von den Combines, einer von Aliens gezüchteten Spezialeinheit, besetzte Land beginnt am Vorplatz des Bahnhofs und endet wieder hier im Showdown des letzten Kampfes gegen die Combines zusammen mit der Resistance von City17. Anschliessend macht sich Gordon Freeman auf den Weg in die Zitadelle der Macht, um Dr. Wallace Breen zu stellen. Aber es endet alles ganz anders!
"Welcome to City 17!"-tönt es aus Lautsprechern nachdem man am Bahnhofsgelände angekommen ist. Nach ein paar Schritten mehr, erkennt man die ersten von Lethargie gezeichneten Bürger von City17. Alles wirkt trist, verarmt hoffnungslos und uniformiert (uninformiert!). Ich muss spontan lachen, denn ich sehe und höre nicht Dr. W.Breen auf den Monitoren der Macht, sondern
Wirtschaftsminister W. Clement: "Welcome to Agenda 2017!" oder "Welcome to Hartz 17!" ;-D...
Ca. 25-30 Stunden später komme ich zum Fazit: Dieses Game wurde meines Erachtens viel zu hoch bewertet!! Die Chance auf ein Game nahe der 100%-Marke war eindeutig da, wurde aber leider vergeben.
Die Story gestaltet und entwickelt sich nicht so stark wie im Vorgänger, dieser Eindruck wird stellenweise durch die Art und Weise, wie man durch die Levels geführt wird verstärkt. Alles wirkt eine ganze Ecke zu hektisch, um z.B. die grossen Aussenarreale zu erkunden (dies ist nur ansatzweise möglich,leider!).
Prinzipiell reduziert sich Half-Life 2 doch viel zu sehr auf den Faktor "Schiess den Gegner tot" - in schön gestaltetem Ambiente (hm... Doom3?, Moment: Doom3 ist wenigstens kompromisslose(!) Horror-action und versprach von Anfang an nix anderes!).
Man hätte sich z.B. ruhig eine dicke Scheibe von Spielen wie "Deus Ex" oder "System Shock" abschneiden sollen (z.B. dadurch, das HUD im Spielverlauf durch verschiedenste Powerups/Fähigkeiten aufzurüsten. Da hat sich im Vergleich zu Half-Life 1 nichts entwickelt! Schade.)
City17, zu Beginn: Für meinen Geschmack eine viel zu schnelle Überleitung ins spätere Spielgeschehen. Da hätte man den Spieler ruhig etwas länger verstört und ratlos durch die Häuser schicken können, evtl. mit ein paar Rätseln, um das auffinden des Fluchtweges zu Dr. Kleiners Labor zu erschweren.(vgl. Häuserkampf im vorletzten Abschnitt des Spieles!)
Alles im Spielgeschehen scheint irgendwie ein wenig zu einfach.
Ein weiterer Fakt der mich sehr gestört hat: Freeman spricht nicht. Wenigsten einige Sätze während der gescripteten Sequenzen wären schön gewesen, und wenn er nur "Guten Tag" und "Auf Wiedersehen" gesagt hätte... naja... evtl. doch n bischen gehobenere Konversation :-)!
Desweiteren bieten andere Games auch vergleichbar grandiose Optik. In diesem Sinne sind also auch keine revolutionären Neuerungen gesetzt worden. Die Level sind treckenweise wirklich grandios, nur: Meistens ist nur ein kleiner Teil zu erkunden. Schade, denn gerade hier hätte das Spiel eine epische Breite erzielen können.
Was spräche dagegen, die Spielzeit auf 40 oder mehr Stunden zu strecken? Beispiel: Der Level mit dem riesigen Magnet-Kran. Man kommt ans Arreal und denkt "wow jetzt gehts los" und dann kommen ein paar Antlions, ein paar Combines, das kleine Rätsel mit dem Hebekran und der Brücke ist auch nicht gerade knackig. Schon gehts weiter. Hmpf... naaaja. Grossartig ist dagegen der Häuserkampf-Level und die Idee mit den wechselnden Squads, da wünscht man sich zu kompromisslosem Actiongaming nur noch mehr Komplexität der Maps als schon vorhanden ist!
Der Ravenholm-Level ist klassisches Horror-Genre, kommt auch gut bis sehr gut rüber, vor allem der durchgeknallte Charakter des Father Grigori! (leider ein auch viel zu kurz geratener Level!)
Etwas enttäuschtwar ich von der Gravity-Gun. Diese hatte m.E. eine nur geringe Einbindung in die Gesamtstory und die Dinge, die man mit ihr anstellen kann sind story-technisch betrachtet auch begrenzt (Ausnahme: Endlevel Citadel), und: Nein, ich will keine Superwaffe, die alles mit einem Klick zerstört!
Der Endlevel (Zitadelle) hat das bizarrste und vestörendste Design, das ich je gesehen habe, ist aber leider auch zu wenig erkundbar (nicht mal der Höllen-Level bei Doom 3 war so bizarr!). Überhaupt muss man sagen,daß das Design der Aliens, Monster und Combines (Soldaten und Fahr/Flugzeuge) von Valve exzellent umgesetzt wurde (da wirkt nix überfrachtet, overdressed oder karikiert).
Ich empfehle jedem,
der an der Entwicklung der Charaktere etc. interessiert ist, entweder die Collectors-Box und das Buch "Half-Life 2: Raising the Bar" von Prima Temp Authors Prima Games oder gleich die Gold-Box zu kaufen (jajaja ist sauteuer...: -()
Alles in allem ist doch ein, wenn auch kleiner, Schritt getan, um diese Art Spiele als interaktiven Actionmovie zu begreifen! Das kann ruhig noch ausgeprägter sein, ansonsten kommt der Eindruck auf Half-Life 2 sei nur ein Teaser und zu früh erschienen (man könnte auch böse sein und behaupten Half-Life2 ist eine schön gestaltete Werbebroschüre für Valves/Steams zukünftige Entwicklungen ;-P).
Technical Issues: Half-Life2 ist auch auf 2-3 Jahre alten Rechnersystemen gut spielbar in hohen Auflösungen. Dringend zu empfehlen sind aber mehr als 512MB ram!! Die Grafik hat eigentlich nur Rechner der neuesten Generation verdient ,denn sie ist eindeutig ein tragendes Feature dieses Spiels Die Ladezeiten nervten ab und an (z.B. wenn man einen Level nochmal erkundet, weil man irgendwie nicht weiterkommt oder was vergessen hat etc. und plötzlich an eine Stelle kommt, wo man wieder einen Level-Part zurückgeladen wird)
Es gibt einige Grafikbugs(clipping) und einen Bug der mich tierisch annervte: Als ich zum Hovercraft kam, war direkt neben der Widerstandskämpferin ein Headcrab: Ich halte mit der MG drauf und kill die Frau irrtümlichwerweise auch. Da ich nicht wusste,daß sie das Tor öffnet,hab ich stundenlang ohne Erfolg versucht dieses selbst zu öffnen.:-D und erst nach langer Suche habe ich in einem Walkthrough den Hinweis zur Lösung gelesen!
Also nochmal von vorne und beim zweiten Mal war der Headcrab an einem anderen Platz.... so kanns auch gehen! ;-P
Die Installation benötigt einen Internetzugang (am besten DSL oder besser, da einige grosse Datenpakete von Steam heruntergeladen werden (müssen)). Insgesamt lief die Installation und Accounterstellung völlig reibungslos! Hervorragend!
Nach beenden des Spiels war mein Rechner (Laptop, 512MB, PentiumIV GForce 5600 go) dicht und nur noch
ein Neustart beendete die Auslagerungsorgie (es dauerte teilweise minutenlag bis ich andere Progs starten konnte).
Zuguterletzt kann man sich noch die Frage stellen, welche Daten da eigentlich vom eigenen PC zu Steam, bzw. umgekehrt, wandern. Das Bedarf noch einer genaueren Recherche (alle User sind natürlich aufgefordert ihr Wissen darüber im Netzwerk mitzuteilen!)
[ Durchgespielt und geschrieben von b@tzen. ]
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